Wie ist das in Holland?

Cannabis in den Niederlanden 

In den 1970er Jahren hatten die Niederlande ein enormes Problem mit Heroin. Das Rauschgift überflutete vor allem Amsterdam. Die Folge war ein neues Betäubungsmittelgesetz, das 1972 in Kraft trat.

Coffeeshop Kultur Amsterdam
Coffeeshop Kultur Amsterdam

Hier wurde zum ersten Mal zwischen harten (Heroin, Kokain) und weichen (Cannabis, Haschisch) Drogen unterschieden. Forschungen hielten einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis für möglich, ähnlich dem Umgang mit Alkohol und Tabak. Die Regierung wollte die weiche Droge aus dem Rahmen des Strafrechts herausnehmen und die dadurch neu gewonnenen Polizeikräfte für den Kampf gegen die harten Drogen einsetzen.

Seit 1976 gilt in den Niederlanden daher eine Art Duldungsprinzip. Das bedeutet, Cannabis kann in kleinen Mengen verkauft und verbraucht werden. Die Polizei verfolgt Kleinkonsumenten nicht strafrechtlich. Der kommerzielle Anbau und Handel mit weichen Drogen bleibt jedoch nach wie vor verboten.

Cannabis ist und war in den Niederlanden nie völlig legal. Das Ziel mag anfangs die Legalisierung gewesen sein, im Laufe der Zeit verschärften sich die Bedingungen rund um die weichen Drogen wieder. Heute sind die Bestimmungen teilweise widersprüchlich und verwirrend. Die Provinzen der Niederlande ziehen nicht an einem Strang. Eine klare Drogenpolitik liegt in weiter Ferne.

Coffeeshop Kultur in Amsterdam

Die Coffeeshops leiden unter dieser Widersprüchlichkeit. Sie können Cannabis verkaufen, dürfen aber nur einen kleinen Vorrat (500g) besitzen. Eine größere Menge der Droge müssen sie sich illegal beschaffen. Auf diese Weise ist die Zahl der Coffeeshops in den letzten Jahren stark gesunken.

Die Folgen der Duldungspolitik sind unterschiedlicher Natur. Einerseits ist die Zahl der Drogentoten in den Niederlanden weit niedriger als in den europäischen Nachbarstaaten. Viele Drogenkonsumenten vermieden das Abrutschen in die Kriminalität und der Schwarzmarkt verlor an Bedeutung. Andererseits zog die nachsichtige Handhabung der weichen Drogen viele Interessierte aus Deutschland und Belgien an. Es entstand ein florierender Drogentourismus.

Gerade der Drogentourismus veranlasste die niederländische

Legal High-cannabis
Legal High-cannabis

Regierung dazu, das Betäubungsmittelgesetz wieder strenger durchzusetzen. Das Verbot, Cannabis an Ausländer zu verkaufen, das ab 2013 galt, konnte nicht aufrechterhalten werden. Die Niederlande sind ein kleines Land mit einem großen Transithandel. In Häfen wie Rotterdam werden große Mengen an Drogen umgeschlagen. Auch die Polizei kann das nicht aufhalten. Der Drogenkonsum kann niemals ganz abgeschafft werden.

Die Gesellschaft in den Niederlanden ist in ihrer Meinung über die Legalisierung der weichen Drogen geteilt. 54 % sind dafür, 39 % dagegen. Die jüngeren Menschen sind meist offener und stehen der Legalisierung positiv gegenüber. Ältere Menschen haben oft Angst vor den negativen Folgen des Drogenkonsums und lehnen die Legalisierung ab. Insgesamt gelten die Niederländer als tolerant in vielen Bereichen. Bei der Debatte um legales Cannabis scheinen sich die Geister zu scheiden. Eines ist klar. Die Duldungspolitik der Niederländer hat nicht mehr Menschen zum Konsum von Cannabis verführt, wie viele befürchteten. Bei der Zahl der regelmäßigen Konsumenten liegen die Niederlande im europäischen Vergleich im mittleren Bereich.

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